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Kerstin HahneBuchhandlung: Thalia Zentrale
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Meine letzte RezensionWeird Rulesvon Spencer Kim
Dieser Debüt-Roman einer kanadischen, indigenen Autorin hat semi-biografische Züge und lässt uns den Werdegang eines jungen Mädchens der First Nations in Kanada mitverfolgen.
Mia lebt mit Mutter und Großmutter zusammen, was aber nicht heißen soll, das nicht zwischendurch diverse andere Familien(mitglieder) sich das Haus auf Zeit mit ihnen teilen und ihren Alltag chaotisch, aber auch empathisch begleiten.
Ihre beste Freundin ist Lara, eine junges weißes Mädchen, deren Mutter strenge Regeln aufstellt und den Kontakt der beiden mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht.
In kurzen, tagebuchartigen Sequenzen lernen wir etwas über das 1980er-Leben in einer Kleinstadt am Meer, die vom Fischfang dominiert wird, den Verhaltensregeln, die sicht-und unsichtbar an die Kinder bzw.Teenager herangetragen werden und wie Mia damit umgeht.
Die Schwierigkeiten der indigenen Bevölkerung, die oft immer noch in den "Reserves" relativ abgeschottet lebt, werden dabei ebenso beleuchtet wie vor Ort Ausgrenzung, Armut, Alkoholprobleme, aber auch Zusammenhalt, Feste und Schulsysteme - nebenbei auch die berüchtigten "Residential Schools" in die Indigene, Metis und Inuit früher gezwungen wurden und über die nur hinter vorgehaltener Hand geredet wird, die aber ihren Alltag prägen.
Als die beiden Mädchen auf die Junior High kommen, beginnen sie sich zu entfremden und gehen schließlich getrennte Wege, was Mia bedauert, aber auch nicht mehr ändern wird.
Vielleicht aber kann es in der Zukunft wieder eine Annäherung geben - wie es auch die Autorin im Nachwort über ihre beste (weiße) Kindheitsfreundin schreibt und deren Freundschaft nun als um so besonderer empfunden wird von ihr.
Mit Worterklärungen zu problematischen Begriffen am Ende des Buches schließt eine preisgekrönte Geschichte für Leser*innen ab 10Jahren, die berührt und aufzeigt, an welchen Stellschrauben unsere Gesellschaft immer noch drehen muss...